zur Geschichte der Köhler

Köhlerdorf Lürbke

Wer vor 150 Jahren und früher, von Lendringsen kommend, den Mühlenpfad entlang der Bieber in Richtung Lürbke, Bremke, Luerwald wanderte, der sah in den angrenzenden Wäldern überall Rauch aufsteigen. Er verriet die Arbeitsplätze der Köhler, die ihr hartes Handwerk ausübten und dort nur in einfachen Hütten neben ihren Kohlenmeilern hausten.

Schaute man ihnen zu, dann stellte man fest, dass es eine wahre Kunst ist, einen Kohlenmeiler aus ca. 1m langen lufttrockenen Hölzern aufzuschichten, die um einen Feuerschacht gestapelt und dann mit Laub oder grünem Reisig, Grasplatten und Erde überdeckt werden. Durch langsames Verschwelen bei geringer Luftzufuhr werden Teile des Holzes verflüchtigt, so dass Holzkohle entsteht, die in großen Mengen zum Eisenschmelzen verwendet wurde. Allein im Lendringser Raum sind 165 Meilerstellen nachgewiesen. Der finanzielle Erlös aus dem Verkauf war zur damaligen Zeit für viele Köhler und Fuhrleute eine lebenswichtige Einnahmequelle.
Im Jahre 1900 gab es in der Lürbke noch sechs Familien, die von der Herstellung der Holzkohle lebten. Damals waren es die Köhler Piepenstock, Oelenberg, Spiekermann und Schlünder , sie zogen in dieser Zeit durch die heimischen Wälder , um die zur Holzkohle-Herstellung notwendigen Meiler zu errichten. Als Erinnerung an diese Zeit erhielten die Lürbker vor einigen Jahren ihren „Köhlerweg“. Noch heute findet man im Lürbker Raum an verschiedenen Stellen Spuren der Holzkohlegewinnung. Flache runde Plätze in den Wäldern und schwarze Ringe auf frisch beackerten Feldern sind Überbleibsel dieses Köhlerhandwerks aus vergangenen Zeiten.

Aufgrund dieser Köhlertradition im Biebertal, entschlossen sich die Lürbker Schützen, den Menschen unserer Tage diese schwere Arbeit der Köhler einmal praktisch vor Augen zu führen und das Köhler-handwerk aus längst vergessenen Zeiten auf der Wiese am Hubertusheim wieder aufleben zu lassen: Zwischen dem 6. und 17. Juni 1995 veranstalteten die Schützen ihre „Meiler-Tage“.

 

Das Verfahren zur Herstellung von Holzkohle

Bis ins 19. Jh. hinein war die Holzkohle der ausschlaggebende Brennstoff bei der Verhüttung des Eisenerzes. Die Verkohlung von Holz in Meilern war die einzige Quelle für die Kohlegewinnung. Das benötigte Holz, vorwiegend Buche, musste für den Meileraufbau in gespaltenen Scheiten vorliegen.


Die Technik zur Gewinnung von Holzkohle in Meilern hat sich bis heute kaum verändert. Sie wird im folgenden beschrieben:

 

Aufbau des Meilers

In der Mitte eines waagerechten Meilerplatzes, der 11 m bis 12,5o m Durchmesser haben kann, stellt der Köhler drei etwa 3 m lange Stangen auf, die durch mehrere Drahtringe gehalten werden. Sie bilden später den Luftschacht von 25 cm bis 30 cm Durchmesser. Der Köhler stellt die ca. 1m langen Brennholzscheite so auf, dass sie in leichter Neigung zum Luftschacht stehen. Sie werden in zwei oder drei Schichten übereinander gestapelt und zuletzt mit Holzstücken zu einem kegelförmigen Gebilde abgerundet. Mit kleinen Ästen (Knüpp) werden Löcher zwischen den Scheiten ausgefüllt. Danach wird alles mit einer Schicht Laub abgedeckt. Anschließend wirft der Köhler die zuvor von der vorherigen Meilerstelle entfernte Erde (Lösche) auf die Abdeckschicht, so dass der Meiler 3 - 4 cm mit ihr bedeckt und damit luftdicht abgeschlossen ist. Der Meiler hat nun einen Durchmesser von ca. 8 m und eine Höhe von ca. 3 m.
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Abbrennen des Meilers

Prinzip: Holz verbrennt bei ungenügendem Luftzutritt nicht zu Asche, sondern liefert unter Freisetzung von Wasserdampf, Holzgas, Teerprodukten u. a. Holzkohle.
Der Köhler steigt auf den Meiler und schüttet Holzkohle in den Luftschacht, vorzugsweise „ Bränder“, d.h. nicht vollkommen verkohlte Reste aus anderen Meilern. Danach wirft er glühende Holzkohle auf den Bränder.

Ist der Luftschacht gefüllt, wird er oben mit einem Blech verschlossen. Der Meiler ist in Brand gesetzt.

Das Feuer entwickelt sich zunächst in dem mit Holzkohle gefüllten Luftschacht, dann dehnt es sich im oberen Bereich des Meilers nach allen Seiten hin aus und senkt sich nach mehrtägigem Brennprozess trichterförmig nach unten. Nur so verglüht das Laubholz nicht zu Asche, sondern verkohlt langsam. Bei der Verkohlung werden Temperaturen bis zu 700 ‘ C erreicht. Die Kunst des Köhlers besteht während der Brenndauer des Meilers darin, die langsame Verbrennung des Holzes zu Holzkohle richtig zu steuern. Dieses geschieht, unter Beachtung der Windrichtung und der Ausbreitung der Glut im Inneren des Meilers, durch gezieltes Öffnen und Schließen der Luft- und Rauchkanäle. Ein falscher Luftzug könnte das Glimmen zur Flamme werden lassen. Die Holzscheite im Innern des Meilers würden dann zu Asche verbrennen.

Durch die Verkohlung schrumpfen die Holzscheite in Länge und Stärke. Damit nimmt auch die Größe des Meilers ab. Die entstehenden Hohlräume werden durch Nachschlagen der Erde mit dem Klöpper beseitigt.
Nach ca. 8. bis 10. Tagen ist der Meiler „gar“. Im Inneren ist er jedoch noch so heiß, dass man ihn nicht einfach öffnen kann, um die Holzkohle herauszuziehen. Der Meiler muss erst langsam abkühlen. Nach 2 Tagen kann mit dem Abbau begonnen werden. Die abgekühlte Holzkohle wird schließlich in Säcke abgefüllt.

 

Die Lebensweise des Köhlers

Die Köhlerhütte war nicht mehr als eine einfache primitive Schlafstelle. Sie wurde in der Nähe des Meilers gebaut, um darin zu schlafen und bei nassem und kaltem Wetter im Trockenen zu sein. Der Köhler hatte keine regelmäßige Arbeitszeit. Die nicht immer planmäßig ablaufenden Abbrände verlangten von ihm die Bereitschaft, jederzeit pünktlich zur Stelle zu sein, d.h. auch nachts und bei Unwettern. Deshalb schlief er auch in Arbeitskleidung, und eine gründliche Wäsche und ein Wechsel der Kleidung waren nur in größeren Zeitabständen möglich. So hatte er kaum Kontakt zu anderen Menschen, und er war der Gesellschaft durch seine einsame Tätigkeit im Wald unheimlich.

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